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Formstörungen der Nase

Formstörungen können in der Nase innen, außen oder kombiniert innen/außen auftreten und in sehr variabler Weise für den Betroffenen eine Behinderung der Nasenatmung bewirken. Je nach äußerer Fehlstellung können auch ästhetische Beeinträchtigungen im Vordergrund stehen.

 

Neben der Klärung der Ursache (wie Voroperation der Nase aus kosmetischen oder funktionellen Gründen, Unfällen der Nase mit Knorpel-/Knochenbrüchen, Vorhandensein einer Spaltbildung, offen oder gedeckt, an Lippe, Kiefer oder Gaumen, u. a.) müssen auch andere Faktoren erfragt werden, die eine Behinderung der Nasenatmung bewirken können. Solche Faktoren können z.B. eine allergische Rhinitis, chronische Nebenhöhlenentzündung, hormonell oder medikamentös bedingte Schwellungen der Nasenschleimhaut wie z.B. der Nasenmuscheln (oder Nasenschwellkörpern) an den seitlichen Nasenwänden sein.

In einem ausführlichen Arzt-Patienten-Gespräch werden die möglichen Ursachen der Beeinträchtigung der Nasenatmung ermittelt und die Vorgangsweise zur Beseitigung des bestehenden Problems besprochen. In weiterer Folge werden nebst der operativen Behebung der funktionellen Störungen der Nase, auch die ästhetischen Vorstellungen und Wünsche des Patienten so weit als möglich umgesetzt.

Zur Klärung der OP-Erwartung kann es hilfreich sein, die Nase in verschiedenen Ebenen zu fotografieren und mit einer geeigneten Bildsimulationssoftware am PC zu bearbeiten. Auf diese Weise können die möglichen Veränderungen der Nase, aber auch des äußeren Profils vorab simuliert und mit dem Patienten besprochen werden. Wichtig ist darauf hinzuweisen, dass derartige Bildsimulationen nur eine Orientierung darstellen können, wohin der Wunsch des Patienten geht. Ein Garantieversprechen, dass ein simuliertes Bild einer Nase auch genau so operativ herstellbar ist, kann auf keinen Fall abgegeben werden.

Zur OP-Vorbereitung muss beachtet werden, dass mindestens 10 Tage vor dem Eingriff keine Schmerzmittel eingenommen werden dürfen, die die Fließeigenschaften des Blutes stören könnten., wie z.B. ASS, welches auch in zahlreichen Migräne- und Kopfschmerzmitteln vorkommt, aber auch andere Wirkstoffe, die Ihnen Ihr Arzt, im Falle einer nötigen Medikamenteneinnahme, gerne nennt.

Operation der Nasenscheidewand

Eine Operation der Nasenscheidewand (Septumkorrektur), Nasenmuschelplastik oder funktionell-ästhetische Operation der inneren und äußeren Nase (Septorhinoplastik) erfolgt in Allgemeinnarkose. Je nach Befund bei der Nasenoperation wird ein geschlossener operativer Zugang, d.h. Schnitt nur in der Nase, der nicht von außen sichtbar sein wird, oder ein offener Zugang, d.h. mit Schnittführung auch am Nasensteg, gewählt. Beim offenen Zugang, der abschließend mit Nähten verschlossen wird, die nach 1-2 Wochen entfernt werden, bleibt allerdings eine kaum sichtbare Narbe zurück.  

Die im Einzelfall in der Nase angebrachten Plastikschienen an der Nasenscheidewand werden, je nach operativer Maßnahme, nach 1-2 Wochen entfernt. Bei Septorhinoplastiken wird meist eine Thermoschiene auf einen Pflasterverband der äußeren Nase aufgebracht, während noch die Narkose anhält. Dieser äußere Verband wird ebenfalls nach meist 1-2 Wochen entfernt. Eine innere Tamponade wird nur in einzelnen Fällen für 1-2 Tage eingebracht, da die inneren Schienen durch ihre Form und Einbringen in die Nase eine meist ausreichende Stütze der Nase darstellen.

Je nach Befund kann es erforderlich sein, durch einen Schnitt an der Vorder- oder Rückseite der Ohrmuschel einer Seite, je nach Bedarf auch beider Ohrmuscheln, Knorpel zu entnehmen, um ihn zum Aufbau oder Ersatz für nicht mehr vorhandenen Knorpel in der Nase zu verwenden. Diese Knorpelentnahme aus der Ohrmuschel erfolgt an bestimmten Stellen der Ohrmuschel hinter dem Eingang in den Gehörgang. Der Knorpel, der die Ohrmuschel am Rand allseits formt, wird nicht entnommen.

In Einzelfällen wird zum Aufbau der Nase auch Rippenknorpel entnommen. Dies erfolgt durch einen meist rechtsseitigen Schnitt in mittlerer Höhe des Brustkorbs, bei weiblichen Patienten direkt unterhalb der Brust und somit verdeckt.

Jeder Patient, der eine Septorhinoplastik machen lässt, wird darauf hingewiesen, über 4-6 Wochen keinen Sport auszuüben, speziell Kontaktsportarten. Auch sollte über zumindest 10 Wochen eine gut schützende Sonnencreme auf die operierte Nase aufgetragen und direkte Sonnenbestrahlung vermieden werden. Dies gilt auch für den Besuch von Sonnenstudios.

Zur Unterstützung der Erholung der Nasenschleimhaut wird zur eigenen Nasenpflege geraten, die auf einem Empfehlungsbogen dargestellt ist.

HNO-Arzt Dr. Tilman Keck

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Dr. Keck ist KFA-Vertragsarzt bzw. Wahlarzt

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